DAMIT IHR EIN BILD HABT

Holger Orf, Jahrgang 1972, geboren in Mainz am Rhein.

 

Man könnte meinen, dass man es als Autodidakt und Quereinsteiger in Sachen Fotografie schwerer hat wahrgenommen zu werden, aber diesem Vorurteil begegne ich gerne mit einem Zitat von Julia Margaret Cameron: „What is focus, and who has a right to say what focus is the legitimate focus.“

 

Als ich vor 4 Jahren die Kamera in die Hand genommen habe, war mir ziemlich schnell bewusst, was für mich die eigentliche Faszination an diesem „Klick“ bedeutet: Die Zeit anzuhalten.

 

Diesen winzigen Augenblick, diese eine minimale Chance zu nutzen, Geschichte und Geschichten zu erzählen und für immer zu konservieren.

 

Phantasie, Kommunikation, Sehen, meine ganz persönliche Dreifaltigkeit auf dem Weg zum perfekten Bild und den Geschichten, die ich einfangen möchte. Dabei immer im Fokus: das Gesicht, nicht die Pose, die Geschichte, nicht die Augenwischerei, die Person hinter dem Vorhang, nie die Maske.

 

Dabei bedeuten mir Inhalt und Sprache eines Fotos weitaus mehr, als technisch ausgeleuchtete Perfektion. Für mich geht es nicht um einzelne Details, sondern darum, wie Details miteinander funktionieren. Da kann es gerne Rauschen oder an Unschärfe dominieren, dass wichtigste ist und bleibt der Augenblick, in dem der Finger den Abzug durchdrückt.

 

Mit der Bildbearbeitung halte ich mich gerne zurück, um den Character des Augenblicks zu erhalten. Chirurgie ist für mich fehl am Platz, denn wer Menschen rein äußerlich beurteilt, wird nie in den Genuss kommen, den inneren Kern freizulegen.  Authentizität: Ohne Wahrheit keine Schönheit. 

 

HO